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Pantoprazol vs. Omeprazol: Was ist besser?

25. März 2025

Sodbrennen und Magenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland. Statistiken zeigen, dass bis zu 30% der Erwachsenen mindestens einmal im Monat unter Sodbrennen leiden, während circa 10–20% sogar wöchentlich von diesen quälenden Symptomen betroffen sind.

Bei gelegentlichem Sodbrennen sind rezeptfreie Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol und Omeprazol eine gute Option für die kurzzeitige Selbstbehandlung. Allein in Deutschland nehmen schätzungsweise 4 Millionen Menschen regelmäßig Protonenpumpenhemmer ein, was diese Medikamentenklasse zu einer der meistverordneten überhaupt macht.

Bei häufigen oder schweren Beschwerden sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden, der die für Sie passende Therapie auswählen kann.

Die Grundlagen: Was sind Protonenpumpenhemmer?

Protonenpumpenhemmer (kurz auch “PPI” genannt) wie Pantoprazol und Omeprazol sind Wirkstoffe, die die Produktion von Magensäure hemmen

Indikationen

Protonenpumpenhemmer werden unter anderem angewendet bei:

  • Sodbrennen und saurem Reflux (Refluxösophagitis)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Helicobacter-Pylori-Infektionen (als Teil einer Kombinationstherapie)
  • Zollinger-Ellison-Syndrom und anderen Zuständen mit übermäßiger Säureproduktion
     

Wie funktionieren Protonenpumpenhemmer?

Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol und Omeprazol blockieren die sogenannte "Protonenpumpe" in den Belegzellen der Magenschleimhaut, die für die Säureproduktion verantwortlich ist. Dadurch wird die Magensäureproduktion deutlich reduziert – bei regelmäßiger Einnahme um bis zu 90%.

Pantoprazol vs. Omeprazol: Was sind die Unterschiede?

Wirkungsweise und Unterschiede in der chemischen Struktur

Sowohl Pantoprazol als auch Omeprazol gehören zur gleichen Medikamentenklasse, haben jedoch unterschiedliche chemische Strukturen, die zu leichten Unterschieden in der Wirkung führen können.

Omeprazol war der erste zugelassene Protonenpumpenhemmer (seit 1989). Es wird in der Leber verstoffwechselt und kann mit anderen Medikamenten, die über dieselben Leberenzyme abgebaut werden, interagieren.

Pantoprazol kam später auf den Markt (1994). Es wird ebenfalls in der Leber verstoffwechselt, hat jedoch ein geringeres Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Omeprazol wirkt schneller als Pantoprazol, dafür aber weniger stabil über den Tag. Beide Medikamente müssen mehrere Tage eingenommen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten – oft dauert es 2–3 Tage, bis die Säureproduktion maximal gehemmt wird.

 OmeprazolPantoprazol
Auf dem Markt seit19891994
Risiko für WechselwirkungenHöherGeringer
WirkungSchnellerLangsamer, aber stabiler

Tabelle: Unterschied Pantoprazol und Omeprazol in Wirkung und Struktur

Sie haben Fragen zum Thema Pantoprazol, Omeprazol oder Medikamenten/Wirkstoffen im Allgemeinen? Gesundheits-Experten und -Expertinnen aus Ihrer Region beraten Sie gerne. Hier gelangen Sie zur Expertensuche.

Was muss ich bei der Einnahme von Pantoprazol und Omeprazol beachten? 

Nebenwirkungen von Pantoprazol und Omeprazol

Häufige Nebenwirkungen: 

  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Durchfall oder Verstopfung
     

Pantoprazol gilt als etwas magenfreundlicher und wird oft besser vertragen.

Bei langfristiger Anwendung über Monate oder Jahre können bei beiden Wirkstoffen weitergehende Risiken auftreten:

  • Erhöhtes Risiko für 
    • bestimmte Infektionen (z.B. Magen-Darm-Infektionen)
    • Osteoporose/Knochenbrüche, insbesondere bei älteren Menschen
    • Nierenentzündungen (interstitielle Nephritis)
  • Mögliche Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme (v.a. Vitamin B12, Magnesium, Calcium)
     

Deshalb sollten Protonenpumpenhemmer nicht ohne ärztliche Kontrolle über längere Zeit eingenommen werden.

Welches Medikament ist besser geeignet? 

Der Unterschied zwischen Pantoprazol und Omeprazol ist für die meisten Patienten im Alltag nicht entscheidend. Beide Wirkstoffe sind wirksame Protonenpumpenhemmer mit ähnlichem Wirkprofil und Nebenwirkungsspektrum.

Konsultieren Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder fragen Sie in Ihrer Apotheke, welches Medikament für Ihre Situation besser geeignet ist. Häufig werden die Medikamente wie folgt empfohlen:

  • Bei klassischem Sodbrennen: Beide Wirkstoffe sind normalerweise gleichermaßen geeignet und werden in passender Dosierung verschrieben. 
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit: In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte jegliche Medikamenteneinnahme im Vorfeld ärztlich abgeklärt werden. Da für Omeprazol mehr Langzeitdaten vorliegen, ist es in der Schwangerschaft das häufiger gewählte Medikament. 
  • Bei Magenschleimhautentzündung: Beide Wirkstoffe werden in der Regel in mittlerer Dosierung bei einer Gastritis verschrieben; bei einer Helicobacter-Pylori-Infektion in Kombination mit Antibiotika. 
  • Bei älteren Menschen und Demenz-Patienten: Weil ältere Menschen oft eine höhere Auswahl an Medikamenten einnehmen, wird Pantoprazol wegen seines geringeren Wechselwirkungsrisikos oft bevorzugt. 
  • Bei Lebererkrankungen: Pantoprazol gilt als magen- und leberschonender und kann somit bei Leberproblemen die bessere Wahl sein.
     

Generell sollte bei der Auswahl beachtet werden:

  • Welche Vorerkrankungen Sie haben: Bei Leberproblemen könnte Pantoprazol vorteilhafter sein.
  • Welche anderen Medikamente Sie einnehmen: Bei vielen anderen Medikamenten hat Pantoprazol weniger Wechselwirkungen.
  • Die persönliche Verträglichkeit: Manche Menschen vertragen einen Wirkstoff besser als den anderen.
  • Kosten: Je nach Krankenversicherung und Erstattung können die Kosten unterschiedlich sein.
     

Richtlinien zur Einnahme 

Beide Medikamente sollten morgens vor dem Frühstück eingenommen werden. In Tablettenform sollten sie unzerkaut mit etwas Wasser geschluckt werden. 

Bei Pantoprazol reicht die Dosierung von 20 mg bis 80 mg, bei Omeprazol von 10–20 mg bis 40 mg.

Wichtig: Nehmen Sie weder Pantoprazol noch Omeprazol über längere Zeit (14 Tage) ohne ärztlichen Rat ein. Kinder und Jugendliche dürfen die Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung einnehmen. Erwähnen Sie Ihre anderen Medikamente und mögliche Vorerkrankungen in der Apotheke und in der Arztpraxis. 

Sind Protonenpumpenhemmer rezeptfrei erhältlich?

Ja, bestimmte Protonenpumpenhemmer sind in Deutschland in niedriger Dosierung auch rezeptfrei in Apotheken erhältlich:

  • Pantoprazol 20 mg
  • Omeprazol 10 mg und 20 mg
     

Allerdings gilt: Für die rezeptfreie Abgabe ist nur die kurzfristige Behandlung von Refluxsymptomen (wie Sodbrennen) bei Erwachsenen zugelassen. Die Selbstmedikation sollte auf maximal 14 Tage begrenzt sein. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist ein Arztbesuch unverzichtbar.

Alternativen zu Pantoprazol und Omeprazol

Andere Säureblocker 

Eine Alternative zu Protonenpumpenhemmern sind H2-Rezeptorantagonisten. Sie haben eine andere Wirkungsweise als Pantoprazol und Omeprazol und wirken schwächer, jedoch schneller. Bekannte Wirkstoffe sind z.B. Ranitidin oder Cimetidin.

Antazida sind eine weitere Alternative, die die Magensäure direkt neutralisiert, anstatt deren Produktion zu hemmen. Beispiele sind die Wirkstoffe Aluminiumhydroxid oder Natriumcarbonat. Sie wirken sehr schnell, aber nur kurzzeitig. 

Natürliche Alternativen und Lifestyle-Anpassungen 

Bei leichteren Beschwerden können auch natürliche Methoden und Lebensstiländerungen helfen, Sodbrennen und Magenschmerzen zu verringern und vorzubeugen.

Natürliche Säureblocker sind beispielsweise Kamillentee, Kartoffelsaft und Leinsamen. Vermeiden Sie außerdem: 

  • übermäßig fettige, scharfe und saure Lebensmittel
  • zu große Mahlzeiten
  • Übergewicht 
  • Alkohol und Nikotin
     

Versuchen Sie, sich nach dem Essen nicht direkt hinzulegen und legen Sie Ihren Oberkörper beim Schlafen etwas erhöht.

Wann zum Arzt bei Magenbeschwerden? 

Bei gelegentlichem Sodbrennen sind rezeptfreie Protonenpumpenhemmer eine gute Option für die kurzzeitige Selbstbehandlung. Es gibt jedoch Warnsignale, bei denen Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Schluckbeschwerden oder das Gefühl, dass Nahrung stecken bleibt
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
  • Blut im Erbrochenen oder schwarzer Stuhl
  • Starke Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen
  • Sodbrennen, das trotz Medikamenteneinnahme anhält
  • Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten
     

Zögern Sie in diesen Fällen nicht, ärztlichen Rat einzuholen.

 

Lesen Sie hier mehr zur Wirkung und Anwendung von Medikamenten.